Rund 80 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich weltweit gefangen. Das sind 219.000 Tonnen am Tag, 152 Tonnen in der Minute und 2,5 Tonnen je Sekunde. Eine unbeschreiblich große Menge, wenn man sich vor Augen hält, wie viel Fisch das ist. Die gestapelten Kisten hinter der Reling zeigen es: Sie enthalten zusammen genommen genau eine Tonne Fisch.
Zum Fischfang dienen Netze, die bis zu 200 Meter lang und 100 Meter hoch sein können. Da würde das gesamte OZEANEUM spielend mehrfach hineinpassen. Ein gigantischer Raubbau an den Meeren wird damit betrieben – den wir in Kauf nehmen, wenn wir gedankenlos Fisch verzehren!
In den zwei Vitrinen zur Fischerei und zur Nutzung von Fischprodukten erfahren Sie, welches die meist genutzten Meeresfische sind und was mit Fischbeständen passiert, wenn sie überfischt werden. Meeresschützer fordern weltweit 10 Prozent der Meeresfläche unter Schutz zu stellen, damit sich die Fischbestände erholen können. Doch sind bisher gerade einmal 1,5 Prozent erreicht.
Nur scheinbar eine Lösung sind Aquakulturen. Denn Aufzucht und Produktion von Meerestieren in künstlicher Umgebung erfordern eine hohe Futtermenge – die wiederum durch Fangfisch gedeckt wird. Sardellen, die am häufigsten gefangene Fischart, gelangen nur zu einem geringen Teil tatsächlich auf unsere Teller. Der größere Teil wird zu Fischmehl verarbeitet. Und gefüttert werden damit neben Zuchtfisch und Krabbenzuchten auch Tiere aus der Landwirtschaft. So erfordern ein Kilogramm Zuchtfisch zwei Kilogramm Sardellen. Bei Hühnern und Schweinen ist es ein Vielfaches.
Was kann man also selbst tun, um dem Raubbau an den Meeren Einhalt zu gebieten? Achten Sie beim Kauf von Fischprodukten auf verschiedene Gütesiegel, zum Beispiel auf das bekannte MSC Siegel, das vom WWF unterstützt wird und auf nachhaltige Fischerei verweist. Neben dem WWF hat auch Greenpeace einen Fischratgeber im Taschenformat herausgegeben, den Sie am Greenpeace-Stand am Ausgang des OZEANEUMs kostenfrei erhalten.